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Pestfriedhof

Pestkreuz
Das im Jahr 2007 neu errichtete Pestkreuz


Die Pest, eine Folge des dreißigjährigen Krieges, hat auch unsere Heimat heimgesucht und wütete ganz besonders im Jahre 1634-35.

Die ersten Opfer dieser verheerenden Krankheit wurden zunächst im Friedhof in Obing begraben. Aber vom damals zuständigen Pfleggericht Kling bei Schnaitsee wurde am 1.Okt. 1634 Beschwerde eingelegt, weil man eine hohe Ansteckungsgefahr befürchtete.

Daraufhin wurden alle weiteren Pestleichen, auch die aus den damaligen Pfarrfilialen Pittenhart und Albertaich, eine Viertelstunde südlich von Obing im Wald zwischen Pittenhart und Obing beerdigt. So ist dieser Pestfriedhof im Jahre 1634 entstanden.

Im Herbst des Jahres 1649 wurde unsere Gegend nochmals von dieser schrecklichen Krankheit heimgesucht und es starben innerhalb kurzer Zeit 126 Personen.

Das Ausmaß des Pestfriedhofes beträgt 15 m im Geviert und war in früherer Zeit immer mit einem hohen Zaun aus Eichenholz umgeben. Am westlichen Ende dieses Pestfriedhofes stand wohl schon von Anfang an ein hölzernes Kreuz, das von wohltätigen Leuten nach seinem Verfall immer wieder erneuert wurde.
Etwa 120 m westlich, an der der Straße von Obing nach Pittenhart an einer kleinen Wegkreuzung gelegen, wurde im Jahre 1872 eine kleine Waldkapelle zur Erinnerung an die Pesttoten errichte, welche seit dieser Zeit als Pestkapelle bekannt ist.

Im Jahre 1928 wurden am Pestfriedhof anstelle des verfallenen Zaunes sieben große Steine aufgestellt, um so die Grenze des Pestfriedhofes dauerhaft festzulegen. Gleichzeitig wurde ein massives Betonfundament erstellt und ein 3,30 m hohes Kreuz aus Eichenholz mit aufwendig gefertigter Kupferbedachung aufgestellt; dieses wurde in einer religiösen Feier mit drei gleichzeitigen Bittgängen aus Obing, Albertaich und Pittenhart eingeweiht. An den Kosten für diese Erneuerung haben sich die 3 Gemeinden Obing, Pittenhart und Albertaich beteiligt.

Eine Urkunde über diese im Jahre 1928 erfolgte Aktion wurde in einer verschlossenen Kupferkapsel in den Betonsockel für das Kreuz einbetoniert.
In der Zwischenzeit ist aber der untere Teil des Kreuzbalkens so morsch geworden, dass eine vollständige Erneuerung notwendig geworden ist. Damit diese schreckliche Krankheit mit ihren Folgen nicht in Vergessenheit gerät, war es den Bergfreunden ein Anliegen dieses „Stück Heimat“ auch für die künftigen Generationen zu erhalten.
JSCH



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