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Geschichte

Wappen Obing

Wie vorgeschichtliche Funde beweisen, geht eine Besiedlung unserer Gegend bis in die Jungsteinzeit zurück. Von dem rührigen Heimatforscher Franz Geist konnte bei der Mühle Ramsauer ein Bronzekuchen aus der Bronzezeit (1900 bis 800 v. Chr.) ausgegraben werden. 1930 legte er ein bajuwarisches Reihengräberfeld der Frühzeit (etwa 6. Jahrhundert) frei.

Während der Keltenzeit lag Obing im Stammesgebiet der Noriker. Dieses Stammesgebiet kam um Christi Geburt kampflos an Rom und wurde zur römischen Provinz Noricum mit der Hauptstadt luvavum (Salzburg).

Aus der Römerzeit wurden im Gemeindegebiet mehrere Münzen, Hufschuhe für Pferde und ein Grabstein gefunden. Der Grabstein kam bereits 1845 ins Antiquariat nach München. Heute kann er in der Grünwalder Burg besichtigt werden.

Nach dem Verfall der römischen Herrschaft bildete sich, so die neuesten Forschungen, aus den keltischen Ureinwohnern, den dagebliebenen Römern und durchwandernden Germanenstämmen der Stamm der Baiern heraus.

Das Herzogtum Baiern bestand von 488 bis 788, als der letzte Agilolfinger Tassilo III. von Kaiser Karl in ein Kloster verbannt wurde.

788 ließ Bischof Arn ein Verzeichnis erstellen, in dem alle früheren Schenkungen der Agilolfinger-Herzöge an Salzburg aufgeführt waren, um es von seinem Freund Kaiser Karl bestätigen zu lassen und somit für immer zu sichern.

Aus den Aufzeichnungen geht hervor, dass der Bayernherzog Theodebert (716-721) einen Gutshof in Obing mit 20 Anwesen, samt Knechten und Leibeigenen an das Erzstift St. Peter in Salzburg schenkte.

Diese Urkunde bildete die Grundlage für die im Jahre 1991 begangene 1275–Jahrfeier. In einer anderen Urkunde (Notitia Arnonis) erscheint unser Ort als „Obingae“ im Obinggau. Hieraus ist ersichtlich, dass Obing damals eine gewisse zentrale Bedeutung hatte.

985 kommt der Ortsadel mit einem „Herant de Opingin“ als Zeuge vor, als Graf Ulrich von Ebersberg ein Gut zu Seeon dem Kloster Ebersberg schenkte. Der Ortsadel war bis um 1359 hier.

Die Oberhoheit über Obing hatten allerdings einflussreichere Geschlechter. Von den Aribonen kam der Besitz über die Sieghartinger Chiemgaugrafen an die Falkensteiner, die ihre Burg bei Flintsbach im Inntal hatten.

Diese Sibotonen bauten unter der Ägide Herzog Heinrichs des Löwen unsere Gegend zu einer wirtschaftlichen Schlüsselstellung innerhalb ihres gewaltigen Besitzes aus.

Der Codex Falkensteinensis, das älteste und bedeutendste weltliche Rechts- und Vermögensverzeichnis des Grafen Siboto IV., welcher etwa um 1170 begonnen wurde, erwähnt bereits einen Obinger Markt, der wegen der Höhe der Besteuerung bedeutend gewesen sein muss.

Die Falkensteiner überwarfen sich mit ihren früheren Freunden, den Wittelsbachern, und unterlagen dabei. Der Besitz in Obing kam somit um 1247 an dieses Geschlecht. Die Familie der Obinger erscheint von da an zwar auf bedeutenden Verwaltungsposten in Kling und Wasserburg, auf dem heimatlichen Hof aber tauchen Herzogsfreunde auf.

Die Bedeutung Obings nahm infolge der vielen Besitzwechsel ständig ab. Jedes Geschlecht wollte wahrscheinlich den größten Nutzen aus den Besitzungen ziehen.

Die Trauner erhielten von den Wittelsbachern Obing als Lehen.
Danach kamen die Laiminger. Sie scheinen sich am längsten gehalten zu haben.

Am 18. September 1491 wurde die neue Pfarrkirche von dem bedeutenden Chiemseebischof und Salzburger Kanzler Georg II. Altdorfer geweiht. Im Verlaufe des Landshuter Erbfolgekrieges wurden mehrere Chiemgaudörfer geplündert und gebrandschatzt.

Über die Allerheiligen-Feiertage 1504 lagerten die kaiserlichen Truppen in Obing. Kaiser Maximilian I. selbst war in der Taverne untergebracht. In der Nacht brach Feuer aus, das den größten Teil des Dorfes, den Dachstuhl der neuen Kirche
und die Zelte der Soldaten einäscherte.

Um 1500 kam das Schloss an Achaz Loichinger von Weinberg der 1510 Landrichter in Kling war.

Die Witwe Loichingers verkaufte den Besitz an einen Wasserburger aus der uralten Attergauer Familie von Wasen. Das Schloss kam vor 1529 an Hans Sunthaimer. Dieser erhielt 1540 von Herzog Wilhelm das Hofmarksrecht. Den Besitz erbte sein Schwiegersohn Wanninger. Dessen Sohn Stefan verkaufte die ganze Hofmark an seinen Schwiegersohn Ridler und dieser zwei Jahrzehnte später, schon wieder wegen Überschuldung, an die Münchner Weiler.

1662 konnte dann das Kloster Seeon sein Ziel erreichen, das inzwischen herunter gekommene Schloss mit der Hofmark zu erwerben. Schloss und Hofmark blieben bis zur Säkularisation im Jahre 1803 im Klosterbesitz.

Zu diesem Zeitpunkt sollte aufgrund eines Dekrets der Regierung ein Landgericht und Rentamt im Obinger Schloss eingerichtet werden, das die ganzen alten Bereiche von Kling und Trostberg umfassen sollte.

Schloss Obing

Dieser Beschluss wurde aber kurze Zeit später wieder aufgehoben, weil das Schloss zu baufällig war und die Obinger die Renovierungskosten nicht aufbringen konnten.

So kamen das Landgericht und das Rentamt 1806 bzw. 1808 nach Trostberg.

Das Schloss brannte 1860 vollkommen ab, nachdem schon 1834 die beiden Ecktürme abgebrochen worden waren. In der Hofmarksbeschreibung von 1606 ist aufgeführt, dass auf dem Herrschaftssitz Frabertsham die Edlen Murher sitzen.

1635 erwarb Wilhelm von Armannsberg den Edelsitz Frabertsham. Er war auch Besitzer des Schlosses Oberbrunn und bezeichnete seinen Besitz nun als geschlossene Hofmark Oberbrunn und Frabertsham. Acht Jahre gehörte Frabertsham den Edlen von Kretz. 1760 kam der Besitz an den Grafen von La Rosee. Durch Verkauf ging Frabertsham auf die Posthalterfamilie Klausner über.
Obing ist ein uralter Pfarrsitz, was eine Urkunde von 1195 bestätigt. 1189 wurde die Pfarrei durch eine päpstliche Bulle in das Archidiakonat Baumburg eingegliedert. 1195 trat der Erzbischof von Salzburg Obing an den Propst von Seeon ab.

Seit 1803 ist Obing selbständige Pfarrei. Die Pest raffte im 14. und 17. Jahrhundert viele Einwohner dahin. Die Toten von Obing, Pittenhart und Albertaich wurden auf dem Pestfriedhof im Wald zwischen Obing und Pittenhart begraben. Die Pestkapelle erinnert an diese schreckliche Zeit.

Die Straße durch Obing war schon seit frühester Zeit Lebensader des Ortes. Das Salz von Reichenhall kommend, wurde nach München ins Schwäbische und in die Schweiz gebracht. Seit 1679 verkehrte von München über Obing nach Salzburg einmal wöchentlich die „Taxis‘sche reitende Post“.

Ab 1784, nachdem die Straße zur Chaussee ausgebaut war, fuhr hier die fahrende Personenpost. Die Fahrzeit München-Salzburg betrug 34 Stunden. Auch Mozart kam öfters durch Obing und nächtigte in der Taverne oder in der Poststation in Frabertsham. Aus einem Brief seines Vaters Leopold geht hervor, dass dieser mit seinen Kindern mit der Kutsche von Salzburg nach Obing fuhr, in der Taverne nächtigte und im Pfarrhof mit den Patres das gute Seeoner Bier trank. Am nächsten Tag fuhr die Familie wieder zurück.

Der Bau der Eisenbahn Endorf – Obing leitete 1908 eine neue Entwicklung ein. Die Kriege, in welche die Bevölkerung immer wieder hineingetrieben wurde, forderten immer wieder ihre Tribute. Bereits unter den Napoleonischen Kriegen mussten junge Männer aus unserer Gemeinde ihr Leben lassen. Aber auch während des Krieges 1870/71, als Bismarck gegen Frankreich zog, starben Obinger und Albertaicher den Heldentod. Die weitaus meisten Toten forderten jedoch die beiden Weltkriege. Im Ersten Weltkrieg fielen 102, im Zweiten Weltkrieg gar 216 junge hoffnungsvolle Männer.

In der Aufbauzeit nach dem Krieg erhielt Obing 1952 mit dem Schulleiter Josef Eigner die erste Rektorenstelle. Durch den Zuzug vieler Flüchtlinge musste 1954 die Schule auf sieben Klassenzimmer erweitert werden. 1963 wurde die Turnhalle errichtet. 1967/68 war, nachdem die Schülerjahrgänge 5-8 aus der Volksschule Frabertsham in Obing eingeschult wurden, der erste Teil der Schlossbergschule zu erstellen.

Mit der Schulreform 1969 und der Auflösung der Schule in Frabertsham, sowie der Übernahme der Schüler aus den Klassen 7-9 aus Pittenhart, Seeon und Kienberg wurde ein weiterer Schulhausbau notwendig. Der zweite Teil der Schlossbergschule wurde 1971 gebaut.

Durch die Gebietsreform wurden mit Wirkung vom 1. Januar 1972 die Gemeinde Albertaich und ab 1. Januar 1975 der Gemeindeteil Voglöd in die Gemeinde Obing eingegliedert.

1978 wurde durch verwaltungsmäßigen Zusammenschluss der Gemeinden Kienberg, Obing und Pittenhart die Verwaltungsgemeinschaft Obing gebildet. Die stetige Aufwärtsentwicklung brachte vielfältige Aufgaben für Obing.

1967 wurde mit dem Bau der Ortskanalisation mit Ableitung der Abwässer zur Kläranlage nach Altenmarkt begonnen, um eine weitere Bautätigkeit, insbesondere für die Ortsansässigen zu ermöglichen.

In den Jahren 1980 –1982 musste ein gemeindlicher Friedhof mit Aussegnungshalle angelegt werden. 1985 konnte an der Berghamer Straße das neue Sportzentrum eingeweiht werden.

Die Kläranlagein Altenmarkt wurde 1989 unter erheblichen Kostenaufwand
von den Gemeinden Altenmarkt, Obing und Pittenhart erweitert und modernisiert.

1999 wurde die neue Grundschule am Schlossberg errichtet, während noch im selben Jahr in der alten Grundschule das erste Jugendzentrum mit Internet-Café eröffnet wurde.

2004 wurde die neue 21/2 -fache Turnhalle eingeweiht. Die alte Turnhalle, die über 40 Jahre der Bevölkerung gute Dienste geleistet hat, musste allerdings dafür geopfert und abgebrochen werden.

Die vielfältigen Aufwärtsentwicklungen und der Reiz unserer Landschaft blieben natürlich den Touristen nicht verborgen. Der Fremdenverkehr nahm von Jahr zu Jahr durch die Präsentation im Internet zu, so dass 2004 ca. 46 000 Übernachtungen registriert werden konnten.

Für diesen Wirtschaftszweig unternahm die Gemeinde große finanzielle Anstrengungen und erwarb 1979 den Obinger See. Er ist an den Fischerverein Obing verpachtet und ein beliebter Treffpunkt angelnder Sommergäste.

Die Ortskernsanierung, die 1989 eingeleitet wurde und bei der bis heute 6 Straßenzüge neu gestaltet wurden, wird die Gemeinde auch in den nächsten Jahren noch beschäftigen.

 

Rückblick

1300 Jahre Obing