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Obinger Chronik


Gemälde von Obing um 1900.


In den Jahren 1986-1989 verfasste der Heimatpfleger und spätere Bürgermeister Walter Mayer die Obinger Chronik "De Obinga im Laufe der Zeit". Auf 364 Seiten erfährt der Interessierte vieles aus der Geschichte Obings.

Zahlreiche geschichtliche Dokumente und Fotos aus vergangenen Zeiten finden sich darin. Auf über 100 Seiten geht der Autor auf die Geschichte der Hausnamen ein. Die mühevolle Arbeit, die bei der Auswertung der vorhandenen Daten nötig war, verdient besondere Anerkennung. Abgerundet wird das Buch durch einen ausführlichen Teil über die Obinger Vereine, verfasst von Ludwig Mörner. Im Folgenden ist ein kleiner Ausschnitt der Chronik wiedergegeben:

"Eine systematische Erforschung der Vorgänge in unserer Heimat in der Zeit des Umsturzes, solange noch alte Leute berichten können, wäre eine ebenso wichtige wie gewaltige Aufgabe eines Chronisten. Dies gilt auch für die hier gar nicht beschreibbare Historie der Flüchtlinge und Heimatvertriebenen, von Siebenbürgen bis zur Memel und den stammesverwandten Sudetendeutschen, die ab Kriegsende zu uns kamen und einen wichtigen Anteil der Bevölkerung bilden.

Es war eine unsichere Zeit, alle möglichen Leute waren unterwegs: Aus Lagern abgehauene deutsche Soldaten, die zwischen Dunkel und Siehstmichnicht auf Schleichwegen nach Hause trachteten, versprengte HIWI's (Hilfswillige der Wehrmacht) aller Nationen, Waffen-SSler, deren selbst herausgeschnittenes Emblem noch nicht vernarbt war, Polengruppen, die dort plünderten und prügelten, wo es ihnen als Gefangenen schlecht ergangen war. Da hat man die „Patrui" wieder eingeführt, in jedem Anwesen mußte immer jemand „gammen" (da sein, wachen), in jeder Ortschaft mindestens ein Mann patrouillieren.

Im Auftrag der US-Militärregierung wurd Bgm. Pinsl, wie viele seiner Kollegen, amtsenthoben. Ludwig Fischbacher, Rumersham erhielt den Auftrag, die Gemeinde kommissarisch zu verwalten. Hauptaufgabe war, die Marken für Lebensmittel und Bezugsscheine für sonstigen Bedarf auszugeben, sowie für die zahllosen Vertriebenen und Flüchtlinge Unterkunft zu schaffen. Dann liefen die „Entnazifizierungsverfahren", wer von einem der wenigen anerkannten Antifaschisten einen sogenannten Unbedenklichkeitsschein unterschrieben bekam, war fein heraus. Die erste Nachkriegswahl in Obing erbrachte Korbinian Winkler, Autschachen, als Bürgermeister. Nach Querelen mit Fischbacher kam Franz Vodermaier, Obing, in Albertaich wurde Christian Vodermayer, Schabing, der erste Nachkriegs-Bürgermeister.

In Obing folgte Josef Mayer, Schalkham, der das Schulhaus um das jetzige Grundschulgebäude erweiterte. Nach dessen plötzlichem Tod trat Josef Wurmannstätter, Pfaffing das Bürgermeisteramt an. Die Turnhalle war seine Arbeit, die Kanalisierung des Ortskernes, dann platzte die Schule schon wieder aus den Nähten. Unter Federführung von Architekt Hainz wurde mit der neuen Hauptschule am Schloßberg auch der schmerzlose Vollzug einer allgemeinen Schulsprengeländerung ermöglicht. In Pittenhart blieb nur mehr die Grundschule, die oberen Klassen von Kienberg, Seeon und Truchtlaching kamen zur doppelzügigen Hauptschule nach Obing.

Die Volksschule in Frabertsham wurde eingegliedert und die Gemeinde Albertaich entschloß sich mehrheitlich, mit Obing gemeinsame Sache zu machen. Auf Bgm. Vordermayer war dort das frühere Gemeindeoberhaupt Georg Löw, Albertaich gefolgt, nach diesem kam Rupert Stübl, Liedering.

Die Obinger Gemeinde hatte 1970 2300 Einwohner, bei 187 Arbeitsplätzen in Industrie und Handwerk waren 120 von Einpendlern belegt, während das Gros der Arbeitnehmer sein Brot auswärts verdiente. Traunreut, Altenmarkt, Trostberg, Schalchen, Hart, Amerang und Wasserburg waren damals die Zielorte der Auspendler, nach München fuhren zu dieser Zeit nur Wenige. Den Stand der Einkaufszentralität bezeichnet ein Einzelhandelsumsatz in den Ladengeschäften von 2,9 Mio. DM in 1967.

Rupert Stübl, der Albertaicher, wurde 1972, nach der Verwaltungsreform, zum Obinger Bürgermeister gewählt. Seine Hauptaufgaben wurden die Erweiterung des Kanalnetzesund der dringende Ausbau von Gemeindcstraßen, der Erwerb des Sees, Vorbereitung und Beginn des Sportplatzbaues, nicht zuletzt die Integration in der Verwaltungsgemeinschaft. Bei der kommunalen Neugliederung hatte Obing den bäurischen Grundsatz des „Leben und Lebenlassen" vertreten. So blieben die großflächigen Nachbargemeinden Kienberg und Pittenhart in ihren Entscheidungen selbstständig, nur die Verwaltung kam wegen der Rationalisierung nach Obing. Dies galt im 1. Jahr auch für Seeon, dann entschlossen diese sich zur „Ehe" mit Seebruck und Truchtlaching.
Der erste Vorsitzende der Gemeinschaftsversammlung in Obing wurde Stübl, dann 1984 der Pittenharter Bürgermeister Stöcklhuber. "


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