Simple CSS Menus Css3Menu.com

Sie sind hier:  Startseite > Aktuelles - Feierliche Übergabe des gut 200 Seiten umfassenden Planfeststellungsbeschlusses

Aktuelles

Feierliche Übergabe des gut 200 Seiten umfassenden Planfeststellungsbeschlusses

18.05.2016

„Es ist ein denkwürdiger Dienstag“ freute sich Bürgermeister Sepp Huber bei der Übergabe des Planfeststellungsbeschlusses mit Vertretern der Regierung von Oberbayern und des staatlichen Bauamtes sowie Dr. Peter Ramsauer im Obinger Rathaus. 2006 als Wahlkampfthema von Franz Kollmann aufgegriffen, habe die Ortsumfahrung eine erfreulich rasante Entwicklung genommen. Für Obing biete sich damit eine große Chance, darum bleibe zu hoffen, dass nicht gegen die Planung geklagt werde. Bedenkenträger sollten gut abwägen, ob ihre Einwände sinnvoll seien oder ob die Maßnahme damit nur verzögert werden solle, appellierte Huber. „Es ist ein großartiger Tag“, betonte Dr. Peter Ramsauser. Die Ortsumfahrung Obing sei ein gutes Beispiel dafür, dass in Deutschland auch schnell geplant und gebaut werden könne. Der Planfeststellungsbeschluss sei die „Baugenehmigung“ für diese Maßnahme und rechtswirksam vollziehbar, falls nicht innerhalb eines Monats nach seiner Bekanntgabe bzw. vor Ablauf der Auslegungsfrist schriftlich Klage erhoben werde. „Turboplanung und Punktlandung“, fanden Klaus Rehm von der Regierung von Oberbayern und Baudirektor Sebald König. Ausschlaggebend dafür waren demnach gleich mehrere optimale Voraussetzungen. Verkehrliche Probleme können auf eigenem Gemeindegebiet ohne Tunnel und Großbrücken realisiert werden. Daneben greift die Maßnahme in keine kartierten Biotope, Naturschutz- oder FFH Gebiete ein und es gibt eine große Unterstützung von Seiten der Gemeinde und der Bürger. „Dr. Peter Ramsauer hat quasi als Geburtshelfer einen weiteren Schub gegeben“, betonte Sebald König. In seiner Funktion als Bundesverkehrsminister hatte Dr. Ramsauer im Dezember 2009 veranlasst, dass einem vorgezogenen Planungsbeginn zugestimmt wurde und das Thema auch nach seiner Amtszeit nicht aus dem Blick verloren. Wichtig war Ramsauer in diesem Zusammenhang, dass mit dem Planfeststellungsbeschluss für Obing keine Wettbewerbssituation mit dem Auberg Tunnel verknüpft werde. Das Staatliche Bauamt Traunstein habe diese optimalen Rahmenbedingungen für Obing gerne aufgegriffen und es mit nachhaltiger Öffentlichkeitsbeteiligung und intensiver Zusammenarbeit mit der Regierung von Oberbayern als Planfeststellungsbehörde geschafft, dass nun nach gut sechs Jahren ein Planfeststellungsbeschluss vorliege, sagte König. Ende Juli könne eine Prognose über einen möglichen Baubeginn gewagt werden.

Laut Darstellung Königs, wurde die Umgehungsstraße im Rahmen der technischen Möglichkeiten und naturschutzrechtlichen Maßgaben in einem möglichst großen Abstand zu den bestehenden Gebäuden trassiert. Das geplante Bauvorhaben beansprucht ca. 14,4 ha Grund. Zusätzlich sind ca. 5 ha für naturschutzfachliche Kompensationsmaßnahmen vorgesehen. Um für die betroffenen Grundeigentümer Tauschflächen zur Verfügung zu haben, wurden bereits rund 8,3 ha Grund aufgekauft. Die Ortsumfahrung liegt außerhalb bebauter Gebiete und nur wenige Einzelanwesen sind durch die Maßnahme unmittelbar betroffen. Die Immissionsgrenzwerte für Lärmvorsorge werden bei den nächstgelegenen Anwesen deutlich unterschritten. An der Ortsumfahrung liege in einem Abstand von 50 Metern kein Wohngebäude, an der B304 seien es derzeit 93. Im Abstand von 100 Meter gäbe es in Obing 165 Wohngebäude. Künftig seien es noch fünf Wohngebäude. Die seien bisher auch schon in gleicher Entfernung zur B 304, betonte der Direktor des Straßenbauamts. Mit zwei Tekturen sei bei der Planung nachgesteuert und auch dem Hochwasser 2013 Rechnung getragen worden. Aus Sicht der Planer wird nach dem Bau der 4,7 km langen Ortsumgehung die Ortsdurchfahrt hinsichtlich des Gesamtverkehrsaufkommens gegenüber dem Prognose- Nullfall 2025 um ca. 64 Prozent entlastet. Hinsichtlich des besonders störenden Schwerverkehrsanteils liegt die Prognose bei etwa 72 Prozent. Die Schallemissionen verringern sich im Bereich der Ortsdurchfahrt um bis zu 8 dB(A). Auch der Anschluss der St 2094 am östlichen Ortsausgang von Obing wird durch einen gut zu befahrenden Knotenpunkt mit der B 304 neu verknüpft. So soll die Umgehungsstraße auch für Verkehrsteilnehmer attraktiv werden, die in Obing Richtung Süden abbiegen wollen und derzeit Gemeindestraßen, insbesondere die Seeoner Straße, belasten. Zudem hat es die Gemeinde Obing nach dem Bau der Ortsumgehung selbst in der Hand, durch städtebauliche Maßnahmen wie Parkbuchten, Grüninseln oder Fußgängerbereiche auf der ehemaligen B304 - die dann zu einer Ortsstraße herabgestuft wird - den überörtlichen Schleichverkehr in Richtung Chiemsee über die Seeoner Straße fernzuhalten. Der Bund wird für diese Umbaumaßnahmen den Geldbetrag zur Verfügung stellen, der für die Sanierung der Bundesstraße notwendig gewesen wäre. Eine neue Straße greife zwangsläufig in öffentliche und private Belange und Rechte ein, sagte König. Ziel einer Planfeststellung sei es daher immer, eine sachgerechte Abwägung aller Belange vorzunehmen. Dies sei in Obing durch die guten Rahmenbedingungen gelungen und bietet nun der Gemeinde und ihren Bürgern Chancen, die es zu nutzen gelte. Der Planfeststellungsbeschluss liegt vom 18.05 bis 31.05.2016 im Rathaus von Obing aus.

 
Powered by CMSimpleRealBlog

Aktuelles

1300 Jahre Obing